Beispiel 2
Michael, Martina und
Melanie
Muster
Musterstr. 6
45678 Musteringen
Musteringen, den
15.03.2002
An
Bischof Max Müller
Musterweg 24
12345 Musterstadt
Sehr geehrter Bischof Müller,
bitte löschen Sie unsere Namen, ebenso den unserer Tochter
Melanie Muster, aus den Büchern der Kirche Jesu Christi der
Heiligen der Letzten Tage. Verfahren Sie bitte gemäß den
Anweisungen des Handbuch Allgemeine Anweisungen, welches
Ihnen vorliegt.
Wir haben diesen Entschluss nach langer Zeit des
Nachdenkens und Nachforschens gefasst. Dieser Entschluss ist
uns nicht leicht gefallen. Wir möchten zum Ausdruck bringen,
dass wir die Kirche nicht deshalb verlassen wollen, weil
unsere Gefühle verletzt wurden. Es entspricht unserer freien
Entscheidung. Im Bewusstsein der Lehren der Kirche und
der Konsequenzen die unser Schritt bewirkt, das dieser die Wirkung unserer
Taufbündnisse, Tempelbündnisse und Segnungen und des
Priestertums unwirksam werden lässt bzw. aufhebt.
Wir bitten Sie unserem Wunsch nachzukommen. Wir erwarten
eine rasche Bearbeitung, mit der
entsprechenden Weiterleitung an den zuständigen
Pfahlpräsidenten. Sie werden uns daher einen Brief zusenden,
in dem Sie uns berichten werden, dass Sie so verfahren sind
und uns weiterhin mitteilen, dass der Pfahlpräsident unser
Anliegen 30 Tage auf Wiedervorlage gelegt hat. Am Ende dieser
Frist wird der Pfahlpräsident unser Anliegen zur endgültigen
Bearbeitung weiterreichen, da wir nicht darauf reagieren
werden.
Wir erwarten, dass unserer Aufforderung innerhalb von 60 Tagen
entsprochen wird. Dies gibt Ihnen ausreichend Gelegenheit zur
Erledigung. Weiterhin darf in Ihren Berichten nicht die
Wortwahl "Ausschluss" benutzt wird, auch nicht in Ihrer
schriftlichen Reaktion. Sollte dies trotzdem geschehen, werden wir nicht
zögern rechtliche Schritte in Anspruch zu nehmen. Dies gilt
auch für den Fall, dass uns zu Ohren kommen sollte, das
Mitgliedern der Kirche gegenüber der Eindruck gemacht worden
sei, wir hätten die Kirche wegen unmoralischer Schritte
verlassen oder unser Ruf geschädigt würde. Weiterhin wünschen
wir ausdrücklich keine anderweitige
Kontaktaufnahme Ihrerseits, oder von Ihnen beauftragte
Mitglieder.
Einige der Gründe für unseren Entschluss sind die
folgenden:
1. Wir glauben nicht, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes
war.
2. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch Mormon nicht
göttlichen Ursprungs ist.
3. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch Lehre und
Bündnisse keine göttlichen Offenbarungen enthält, dass der
Inhalt dieses Buches
weiterhin im Laufe der Geschichte verändert und gefälscht
wurde.
4. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch Die Köstliche
Perle, insbesondere das Buch Abraham, eine plumpe Fälschung und
einen Täuschungsversuch darstellt.
5. Wir sind davon überzeugt, dass die Lehre der Polygamie,
der Vielehe etc. dazu geführt hat, dass Joseph Smith bereits
zehn Jahre vor der 1843 "Offenbarung" (12. Juli 1843, LuB 132)
in "Vielehe" gelebt hat, vor dem 12. Juli 1843 mit mindestens
28 Frauen in Vielehe lebtet, und seine Ehefrau Emma Smith
und die Öffentlichkeit hierüber belogen hat.
6. Wir sind davon überzeugt, dass die Kirche bis zum
heutigen Tag viele, zum Teil schwerwiegende, Änderungen in
ihren Heiligen Schriften vorgenommen hat. Dies gilt
insbesondere für Teile ihrer eigenen Kirchengeschichte.
7. Wir sind davon überzeugt, dass Männer und Frauen
innerhalb der Kirche nicht
gleichwertig betrachtet und behandelt werden.
8. Wir sind davon überzeugt, dass die Aussage, "Die
Herrlichkeit Gottes ist Intelligenz - oder mit anderen Worten,
Licht und Wahrheit" (LuB 93:36) völlig im Gegensatz zu den
wirklichen Lehren und Handlungen der Kirche steht.
9. Wir sind davon überzeugt, dass die Rituale des Tempels
von freimaurerischen Riten entlehnt, und diese mit Aussagen
der Bibel und mit Ideengut der frühen Kirchenführer
vermischt wurden, dass diese weiterhin stetig verändert und
verkürzt worden sind und auch in Zukunft werden.
Zusammenfassend möchten wir noch erklären, dass der
wichtigste Grund unseres Verlassens der Kirche der ist, dass
wir möchten, dass unsere Tochter als mündiger Mensch
aufwächst. Wir sind davon überzeugt, dass wir sie ohne die
Zwänge und falschen Rollenmodelle der Kirche, als guten und
moralisch-ethisch handelnden Menschen erziehen werden. Das wir
als Familie und als Einzelmenschen unser vollstes Potenzial
außerhalb der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten
Tage erreichen werden.
Mit freundlichen Grüssen
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