Musterschreiben für den Kirchenaustritt

 

Die unten aufgeführten Musterschreiben sollen als Hilfe dienen. Die Kirche gibt laut ihrem offiziellem "Handbuch Allgemeine Anweisungen", Kapitel 14, ihren örtlichen Führern die Anweisung, dass es sich bei den Austrittsschreiben nicht um Formbriefe handeln soll. Eine freie Formulierung hier und da kann daher nicht schaden. Wichtig ist lediglich, dass der Brief eigenhändig unterschrieben ist und die Löschung des Namens (der Kirchenaustritt) aus den Kirchenbüchern eindeutig erwähnt wird. 
 
     
 

Beispiel 1

Michael Muster
Musterstr. 6
45678 Musteringen

Musteringen, den 15.03.2002

An

Bischof Max Müller
Musterweg 24
12345 Musterstadt

Sehr geehrter Bischof Müller, 

bitte löschen Sie meinen Namen aus den Büchern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Verfahren Sie bitte gemäß den Anweisungen des Handbuch Allgemeine Anweisungen, welches Ihnen vorliegt.

Entsprechend dieser Anweisungen versichere ich Ihnen, dass mir bewusst ist, dass dies mein Taufbündniss und mein Priestertum unwirksam werden lässt, weiterhin meine Tempelbündnisse und Segnungen aufhebt.

Ich  bin mir der Konsequenzen dieses Schrittes bewusst und ersuche Sie daher um eine rasche Bearbeitung, mit der entsprechenden Weiterleitung an den zuständigen Pfahlpräsidenten. Sie werden mir daher einen Brief zusenden, in dem Sie mir berichten werden, dass Sie so verfahren sind und mir weiterhin mitteilen, dass der Pfahlpräsident mein Anliegen 30 Tage auf Wiedervorlage gelegt hat. Am Ende dieser Frist wird der Pfahlpräsident mein Anliegen zur endgültigen Bearbeitung weiterreichen, da ich nicht darauf reagieren werde.

Ab diesem Zeitpunkt werde ich mich sodann nicht mehr als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage betrachten.

Ich erwarte, dass meiner Aufforderung innerhalb von 60 Tagen entsprochen wird. Diese gibt Ihnen ausreichend Gelegenheit zur Erledigung. Weiterhin wünsche ausdrücklich keine anderweitige Kontaktaufnahme Ihrerseits, oder von Ihnen beauftragte Mitglieder.

Mit freundlichen Grüssen,

XXXXX  XXXXXX

Bei mehreren Mitgliedern sind alle Namen zu erwähnen, Erwachsene müssen einzeln genannt werden und einzeln unterschreiben. Kinder sind mit Namen zu nennen.  

 

 
     
     
     
 

Beispiel 2

Michael, Martina und Melanie Muster
Musterstr. 6
45678 Musteringen

Musteringen, den 15.03.2002

An

Bischof Max Müller
Musterweg 24
12345 Musterstadt

Sehr geehrter Bischof Müller, 

bitte löschen Sie unsere Namen, ebenso den unserer Tochter Melanie Muster, aus den Büchern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Verfahren Sie bitte gemäß den Anweisungen des Handbuch Allgemeine Anweisungen, welches Ihnen vorliegt.

Wir haben diesen Entschluss nach langer  Zeit des Nachdenkens und Nachforschens gefasst. Dieser Entschluss ist uns nicht leicht gefallen. Wir möchten zum Ausdruck bringen, dass wir die Kirche nicht deshalb verlassen wollen, weil unsere Gefühle verletzt wurden. Es entspricht unserer freien Entscheidung. Im Bewusstsein der Lehren der Kirche und der Konsequenzen die unser Schritt bewirkt, das dieser die Wirkung unserer Taufbündnisse, Tempelbündnisse und Segnungen und des Priestertums unwirksam werden lässt bzw. aufhebt.

Wir bitten Sie unserem Wunsch nachzukommen. Wir erwarten eine rasche Bearbeitung, mit der entsprechenden Weiterleitung an den zuständigen Pfahlpräsidenten. Sie werden uns daher einen Brief zusenden, in dem Sie uns berichten werden, dass Sie so verfahren sind und uns weiterhin mitteilen, dass der Pfahlpräsident unser Anliegen 30 Tage auf Wiedervorlage gelegt hat. Am Ende dieser Frist wird der Pfahlpräsident unser Anliegen zur endgültigen Bearbeitung weiterreichen, da wir nicht darauf reagieren werden.

Wir erwarten, dass unserer Aufforderung innerhalb von 60 Tagen entsprochen wird. Dies gibt Ihnen ausreichend Gelegenheit zur Erledigung. Weiterhin darf in Ihren Berichten nicht die Wortwahl "Ausschluss" benutzt wird, auch nicht in Ihrer schriftlichen Reaktion. Sollte dies trotzdem geschehen, werden wir nicht zögern rechtliche Schritte in Anspruch zu nehmen. Dies gilt auch für den Fall, dass uns zu Ohren kommen sollte, das Mitgliedern der Kirche gegenüber der Eindruck gemacht worden sei, wir hätten die Kirche wegen unmoralischer Schritte verlassen oder unser Ruf geschädigt würde. Weiterhin wünschen wir ausdrücklich keine anderweitige Kontaktaufnahme Ihrerseits, oder von Ihnen beauftragte Mitglieder.

Einige der Gründe für unseren Entschluss sind die folgenden:

1. Wir glauben nicht, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war.

2. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch Mormon nicht göttlichen Ursprungs ist.

3. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch Lehre und Bündnisse keine göttlichen Offenbarungen enthält, dass der Inhalt dieses Buches weiterhin im Laufe der Geschichte verändert und gefälscht wurde.

4. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch Die Köstliche Perle, insbesondere das Buch Abraham, eine plumpe Fälschung und einen Täuschungsversuch darstellt.

5. Wir sind davon überzeugt, dass die Lehre der Polygamie, der Vielehe etc. dazu geführt hat, dass Joseph Smith bereits zehn Jahre vor der 1843 "Offenbarung" (12. Juli 1843, LuB 132) in "Vielehe" gelebt hat, vor dem 12. Juli 1843 mit mindestens 28 Frauen in Vielehe lebtet, und seine Ehefrau Emma Smith und die Öffentlichkeit hierüber belogen hat.

6. Wir sind davon überzeugt, dass die Kirche bis zum heutigen Tag viele, zum Teil schwerwiegende, Änderungen in ihren Heiligen Schriften vorgenommen hat. Dies gilt insbesondere für Teile ihrer eigenen Kirchengeschichte.

7. Wir sind davon überzeugt, dass Männer und Frauen innerhalb der Kirche nicht gleichwertig betrachtet und behandelt werden.

8. Wir sind davon überzeugt, dass die Aussage, "Die Herrlichkeit Gottes ist Intelligenz - oder mit anderen Worten, Licht und Wahrheit" (LuB 93:36) völlig im Gegensatz zu den wirklichen Lehren und Handlungen der Kirche steht.

9. Wir sind davon überzeugt, dass die Rituale des Tempels von freimaurerischen Riten entlehnt, und diese mit Aussagen der Bibel und mit Ideengut der frühen Kirchenführer vermischt wurden, dass diese weiterhin stetig verändert und verkürzt worden sind und auch in Zukunft werden.

Zusammenfassend möchten wir noch erklären, dass der wichtigste Grund unseres Verlassens der Kirche der ist, dass wir möchten, dass unsere Tochter als mündiger Mensch aufwächst. Wir sind davon überzeugt, dass wir sie ohne die Zwänge und falschen Rollenmodelle der Kirche, als guten und moralisch-ethisch handelnden Menschen erziehen werden. Das wir als Familie und als Einzelmenschen unser vollstes Potenzial außerhalb der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage erreichen werden.

Mit freundlichen Grüssen

XXXXXX  XXXXXX

XXXXXXX  XXXXXX

 

 
     
 

 

© Copyright  2002 Kolob Expositor Symposion